Last Update
30. September 2007

Die Geschichte der Lakota Waldorf Schule

Im Frühjahr 1992 beschlossen einige Lakota Eltern sich zusammenzusetzen
und die Ausbildung ihrer Kinder und Enkel selber in die Hände zu nehmen. Auf
der Suche nach einer Pädagogik, welche die Lakota Kultur respektiert, wurden
verschiedene Schulkonzepte besprochen. Nach langen Gesprächen rückte die
Waldorfpädagogik immer mehr in den Vordergrund. Sie zeigt einen
Lehrplanaufbau, der die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen decken kann
und dazu auch Raum für die Lakota Kultur lässt.



In diesem Sommer reisten der Medizinmann Richard Moves Camp, Norman
Under Baggage, Robert und Isabel Stadnick nach Dornach in die Schweiz, zu
einem Treffen mit Dr. Zimmermann, dem damaligen Leiter der Pädagogischen
Sektion der Waldorfschulen. Sie besprachen mit ihm ihre Situation, ihr
Vorhaben und stellten ihm die Frage: Können wir eine Schule gründen, die die
Waldorfpädagogik mit der Lakota Kultur verbindet? Dr. Zimmermann war
begeistert von dieser Idee und seine Antwort war: „Ja, natürlich“. Dies war
der Beginn eines langen Weges. Nachdem die Lakota noch einige
Waldorfschulen besucht und besichtigt hatten, reisten sie zurück.



Nun begann die Arbeit. Als erstes wurde 1993 die Wolakota Waldorf Society
gegründet und mit Senator Tom Dashle‘s Unterstützung vom Staat Süd-Dakota
offiziell als Non-profit Organisation anerkannt. Im Jahr 1994 wurden
Vortragsreisen durch verschieden Waldorfschulen in Deutschland, Schweiz,
später in Holland, Belgien, Skandinavien, unternommen. Dabei wurde über die
Problematik in den Indianerreservaten und die Schwierigkeiten, mit denen die
indianischen Kinder in den Schulen konfrontiert sind, berichtet.

Diese Vortragstouren wurden als fester Bestand des Fundraising Programmes
während der nächsten Jahre regelmässig durchgeführt. Im Laufe der Zeit
bildete sich ein Kreis von Menschen, der die Schule mit privaten Spenden
finanziell unterstütze. Mit dieser Hilfe konnte dann im Sommer 1994, am Three
Miles Creek in der Nähe des Oglala Lakota College, bei Kyle, ein kleines Stück
Land (80 acres) erworben und ein erstes kleines Haus für den Kindergarten
gebaut werden. Im August 1994 wurde der Kindergarten eröffnet, im Herbst
2000 dann die Schule mit einer ersten Klasse.



Die Wolakota Waldorf Schule musste viele Schwierigkeiten durchstehen. Vor
allem der Tod von Robert Stadnick im Februar 1997, einem der Hauptgründer,
warf eine grosse Lücke in die Aufbauarbeit der Schule. Er war die treibende
Kraft der Schule gewesen und hatte sich jedes Jahr mehrere Wochen Zeit
genommen, um in Europa Waldorfschulen zu besuchen, Ideen und Impulse zu
sammeln und finanzielle Hilfe zu finden.


Im Sommer 2003 musste der Vorstand der Schule die Entscheidung treffen,
den Kindergarten vorübergehend zu schliessen und 2004 wurde auch die
gegenwärtige 4./5. Klasse aufgelöst. Nach 9 Jahren war dies eine schwere
Entscheidung. Es wurde beschlossen, die Schule für 1 - 2 Jahre zu schliessen,
um in dieser Zeit eine gesunde, stabile Spenderorganisation aufzubauen.


Die Schule arbeitet mit der Methode der Waldorfpädagogik, vor allem aber ist
es eine Lakota Schule. Der Name ‚Wolakota Waldorf Schule‘ wurde im Sommer
2005 in ‚Lakota Waldorf Schule‘ geändert, um die starke Bindung zur Lakota
Kultur und den Lakota Menschen auszudrücken.



Robert Stadnick: „Nun begann unsere Jagd, einen Weg zu finden, unsere eigenen Werte
wiederherzustellen und unsere Kinder auszubilden. Wir wollen Lakota bleiben. Wir wollen uns
nicht isolieren. Wir glauben, dass, wenn wir unsere eigene Spiritualität und unser eigenes
Wertesystem wiederherstellen können, wir erfolgreiche Mitglieder der Gesellschaft werden
würden.“
The Lakota Waldorf School was founded in 1993 by a group of
Sioux/Lakota parents, who were concerned about the
educational future of their children on the Pine Ridge
Reservation in South Dakota, USA. The school is located near
Kyle, South Dakota, a community in the middle of the Pine Ridge
Indian Reservation, in the Medicine Root (Pejuta Haka) District.
This is one of nine districts that comprise the Pine Ridge
Reservation. The schools goal is to teach students the Lakota
language and culture in such a way that the taught material
equals to what is being taught in the government schools. The
Lakota language and culture contains its own spirituality. Since
this school does not receive any founding from the government,
it depends entirely on donations from outside the Reservation.
Lakota Language/Culture and Waldorf
pedagogy


The Lakota language is of the greatest
significance. It is the culture of the people. In
many ways Waldorf curriculum parallels
traditional Lakota wisdom and teaching. It
shows many similarities to the ways the
Lakota parents and grandparents raised and
taught their children. Like the Lakota culture
the Waldorf method respects the sacredness
and individuality of each child. The Waldorf
education accepts and integrates the
spiritual part of the human being as well as
the spiritual life of the earth and all living
beings. This part of Lakota spirituality must
become part of the daily life again, to carry
on the richness of the Lakota culture, and its
wisdom and knowledge into the future. To
realize this Waldorf pedagogy could be a
great contribution. It is the goal of the
Lakota Waldorf School to get the students to
realize that they can change their future!
When the children see a chance in their
education, to improve their living situation,
an important goal of the schooling is
achieved.
"With an education you are the white man's equal and without that education you're the victim."


Chief Plenty Coups, Lakota
Lakotastiftung