Die Geschichte der Lakota Waldorf Schule Im Frühjahr 1992 beschlossen einige Lakota Eltern sich zusammenzusetzen und die Ausbildung ihrer Kinder und Enkel selber in die Hände zu nehmen. Auf der Suche nach einer Pädagogik, welche die Lakota Kultur respektiert, wurden verschiedene Schulkonzepte besprochen. Nach langen Gesprächen rückte die Waldorfpädagogik immer mehr in den Vordergrund. Sie zeigt einen Lehrplanaufbau, der die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen decken kann und dazu auch Raum für die Lakota Kultur lässt. In diesem Sommer reisten der Medizinmann Richard Moves Camp, Norman Under Baggage, Robert und Isabel Stadnick nach Dornach in die Schweiz, zu einem Treffen mit Dr. Zimmermann, dem damaligen Leiter der Pädagogischen Sektion der Waldorfschulen. Sie besprachen mit ihm ihre Situation, ihr Vorhaben und stellten ihm die Frage: Können wir eine Schule gründen, die die Waldorfpädagogik mit der Lakota Kultur verbindet? Dr. Zimmermann war begeistert von dieser Idee und seine Antwort war: „Ja, natürlich“. Dies war der Beginn eines langen Weges. Nachdem die Lakota noch einige Waldorfschulen besucht und besichtigt hatten, reisten sie zurück. Nun begann die Arbeit. Als erstes wurde 1993 die Wolakota Waldorf Society gegründet und mit Senator Tom Dashle‘s Unterstützung vom Staat Süd-Dakota offiziell als Non-profit Organisation anerkannt. Im Jahr 1994 wurden Vortragsreisen durch verschieden Waldorfschulen in Deutschland, Schweiz, später in Holland, Belgien, Skandinavien, unternommen. Dabei wurde über die Problematik in den Indianerreservaten und die Schwierigkeiten, mit denen die indianischen Kinder in den Schulen konfrontiert sind, berichtet. Diese Vortragstouren wurden als fester Bestand des Fundraising Programmes während der nächsten Jahre regelmässig durchgeführt. Im Laufe der Zeit bildete sich ein Kreis von Menschen, der die Schule mit privaten Spenden finanziell unterstütze. Mit dieser Hilfe konnte dann im Sommer 1994, am Three Miles Creek in der Nähe des Oglala Lakota College, bei Kyle, ein kleines Stück Land (80 acres) erworben und ein erstes kleines Haus für den Kindergarten gebaut werden. Im August 1994 wurde der Kindergarten eröffnet, im Herbst 2000 dann die Schule mit einer ersten Klasse. Die Wolakota Waldorf Schule musste viele Schwierigkeiten durchstehen. Vor allem der Tod von Robert Stadnick im Februar 1997, einem der Hauptgründer, warf eine grosse Lücke in die Aufbauarbeit der Schule. Er war die treibende Kraft der Schule gewesen und hatte sich jedes Jahr mehrere Wochen Zeit genommen, um in Europa Waldorfschulen zu besuchen, Ideen und Impulse zu sammeln und finanzielle Hilfe zu finden. Im Sommer 2003 musste der Vorstand der Schule die Entscheidung treffen, den Kindergarten vorübergehend zu schliessen und 2004 wurde auch die gegenwärtige 4./5. Klasse aufgelöst. Nach 9 Jahren war dies eine schwere Entscheidung. Es wurde beschlossen, die Schule für 1 - 2 Jahre zu schliessen, um in dieser Zeit eine gesunde, stabile Spenderorganisation aufzubauen. Die Schule arbeitet mit der Methode der Waldorfpädagogik, vor allem aber ist es eine Lakota Schule. Der Name ‚Wolakota Waldorf Schule‘ wurde im Sommer 2005 in ‚Lakota Waldorf Schule‘ geändert, um die starke Bindung zur Lakota Kultur und den Lakota Menschen auszudrücken. Robert Stadnick: „Nun begann unsere Jagd, einen Weg zu finden, unsere eigenen Werte wiederherzustellen und unsere Kinder auszubilden. Wir wollen Lakota bleiben. Wir wollen uns nicht isolieren. Wir glauben, dass, wenn wir unsere eigene Spiritualität und unser eigenes Wertesystem wiederherstellen können, wir erfolgreiche Mitglieder der Gesellschaft werden würden.“ |
| "With an education you are the white man's equal and without that education you're the victim." Chief Plenty Coups, Lakota |


